Bosch Nürnberg erhalten! Kahlschlag bei Robert Bosch in Nürnberg geplant

Heute hat der Arbeitgeber einen massiven Personalabbau für das Robert Bosch Werk in Nürnberg verkündet. Belegschaft, Betriebsrat und IG Metall sind geschockt. Wir kämpfen um jeden Arbeitsplatz und jedes Zukunftsprodukt für Nürnberg.

Automobil Aktionstag

28. September 2026 28. September 2026


Pressemitteilung der IG Metall vom 28. September 2026

Robert Bosch verkündet Kahlschlagpläne für Werk NuP1 in Nürnberg - IG Metall und Betriebsrat verurteilen diese Entscheidung aufs Schärfste!

Heute Mittag hat der Arbeitgeber in einer internen Mitarbeiterversammlung seine Pläne für einen massiven Stellenabbau am Standort Robert Bosch Werk NuP1 in Nürnberg bekanntgegeben. Der Arbeitgeber will über 900 Arbeitsplätze bis Ende 2029 abbauen. Trotz bereits in der Vergangenheit erfolgter finanzieller Einschnitte verlangt der Arbeitgeber weitere 15 Prozent Personalkosteneinsparung von der Belegschaft. Zusagen für Zukunftsprodukte sind nicht erfolgt. Werden diese Kahlschlag-Pläne des Arbeitgebers umgesetzt, dann stirbt das Nürnberger Robert Bosch Werk auf Raten. Eine Schließung des Werkes durch die Robert Bosch GmbH nach 2029 ist damit nicht mehr auszuschließen.

„Ein Kahlschlag in dieser Größenordnung ist ein Armutszeugnis für den weltgrößten Automobilzulieferer Robert Bosch. Was die Beschäftigten statt massiven Einsparungen brauchen, sind Investitionen und der unternehmerischer Mut Zukunftsprodukte am Standort Nürnberg anzusiedeln. Wird der Kahlschlag des Arbeitgebers jedoch in seiner angekündigten Härte umgesetzt, dann ist das der Anfang vom Ende vom Werk NuP1 der Robert Bosch GmbH in Nürnberg. Deswegen werden wir als IG Metall mit der Belegschaft und dem Betriebsrat um jedes Zukunftsprodukt und um jeden Arbeitsplatz kämpfen.“ sagt Christian Heine, Betriebsbetreuer der IG Metall Nürnberg.

 „Die Verkündung des geplanten Kahlschlags war ein Schock für alle Beschäftigten. Für uns ist klar, es muss bessere Wege für das Werk als diesen Kahlschlag geben. Dazu werden wir jetzt unsere Zukunftskonzepte erarbeiten und dem Arbeitgeber vorlegen. Wir kämpfen um das Werk und jeden einzelnen Arbeitsplatz!“ so Arne Brandsch, Betriebsratsvorsitzender Robert Bosch NuP1 in Nürnberg.

 „Die Ideenlosigkeit und Ignoranz der Bosch Manager erinnert mich an die Schließung der AEG. Damals haben gewissenlose Manager aus Profitgier einen profitablen Standort geschlossen und hunderten Menschen ihre berufliche Existenz geraubt. Als IG Metall werden wir dem Plan des Bosch Managements nicht tatenlos zusehen. Wer einem Werk die Zukunft nimmt und gleichzeitig erwartet, dass die wenigen verbleibenden Beschäftigten den Kahlschlag noch mit hohen Einbußen beim Entgelt schultern, wird unsere massive Gegenwehr erfahren.“ ergänzt Andreas Weidemann, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Nürnberg.

 

Zum Hintergrund:

Im Werk Robert Bosch NuP1 (Zweibrückener Str. 13, 90441 Nürnberg) fertigt die Robert Bosch GmbH überwiegend Produkte für den klassischen Verbrenner. Aufgrund der Veränderungen im Antriebsstrang hin zur Elektromobilität steht das Werk vor großen Herausforderungen. Dem Hauptprodukt am Standort, der Hochdruckpumpe für Benzineinspritzung, droht ein ruinöser Preiskampf mit anderen EU-/Nicht-EU Werken von Robert Bosch. In diesen Werken gelten meist deutlich geringere soziale Standards. Tarifbindung ist in der Regel nicht vorhanden. 

Seit 2007 sicherten mehrere Vereinbarungen zwischen Betriebsrat und Arbeitgeber Produkte und Beschäftigung im Werk ab. Für die Zusage von zu produzierenden Stückzahlen und Schichtauslastung hat sich die Belegschaft mit finanziellen Beiträgen in Entgelt und Arbeitszeit beteiligt. Weiterhin wurden Produktionslinien verlagert und Beschäftigung über Altersteilzeit sowie Abfindungsangebote abgebaut. Der Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen aus der aktuellen Vereinbarung läuft bis zum 31.12.2026.

Seit Herbst 2025 bemüht sich der Betriebsrat belastbare Gespräche mit dem Arbeitgeber über die Fortführung der seit 2021 geltenden Beschäftigungssicherung zu führen. Allen Bemühen zum Trotz wurde der Betriebsrat in der Vergangenheit hingehalten und immer wieder vertröstet. Zuletzt hat der Arbeitgeber im Juni und Juli bekräftigt, dass er sich für den Standort Nürnberg mit allen Szenarien – bis hin zur Werksschließung – beschäftigt.

Am 21.09.2026 beteiligten sich 500 Kolleginnen und Kollegen Aktionstag Automobil der IG Metall vor den Toren von Robert Bosch NuP1. Nach einer Betriebsversammlung unter freiem Himmel beteiligten sich die Beschäftigten an der Kundgebung der IG Metall. Dabei machten sie deutlich, dass sie einen Personalabbau und Entgeltverlust ohne langfristige Sicherheit und Zukunftsprodukte nicht akzeptieren werden.

Aus Sicht von Betriebsrat und IG Metall ist Zukunftstechnologie und Potenzial am Standort vorhanden. Im Werk wurde in der Vergangenheit bereits in industrielle 3D-Druck-Technologie investiert. Durch das Druckverfahren lassen sich hochkomplexe Geometrien mit gutem Gewichts- und Festigkeitsverhalten produzieren. Weiterhin verfügt das Werk über große Erfahrung im Bereich der Hochgeschwindigkeitsmetallbearbeitung, der Automatisierung von Produktionslinien und des Sondermaschinenbaus. Betriebsrat und IG Metall sehen hier große Potenziale langfristig Beschäftigung zu sichern. 

 

BR26 - Rundschau vom 28.09.2026
BR Frankenschau aktuell vom 28.09.2026
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